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Im Lagebericht Rechtsextremismus (Stand März 2025) beschreibt der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen ausführlich aktuelle Entwicklungen und neue Gefahren im Bereich Rechtsextremismus. Aus dem Bericht geht hervor, dass die rechtsextremistische Szene jünger und moderner geworden ist. Statt Bomberjacke und Springerstiefeln dominieren heute Videoclips und Active Clubs. Die häufig nicht mehr auf Anhieb erkennbare Ideologie dahinter bleibt menschverachtend und gefährlich. 

Alte Ideologie in neuem Gewand

Der Lagebericht beschreibt, wie die Intensität von Rechtsextremisten von der Dämonisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen über die verbale Einschüchterung bis hin zur Ausübung von Gewalt variiert. 

Um seine Ideologie zu verbreiten, setzt der Rechtsextremismus unter anderem auf die Strategie der Entgrenzung. Dieser Prozess zielt darauf ab, fremdenfeindliche und autoritäre Argumente im politischen Diskurs zu normalisieren und damit anschlussfähig für breitere Teile der Gesellschaft zu machen. 

Durch die Digitalisierung hat der Rechtsextremismus enorm an Handlungsmöglichkeiten gewonnen und mobilisiert insbesondere über die sozialen Medien. Die Angebote des Rechtsextremismus, die sich gezielt an Jugendliche und junge Erwachsene richten, haben sich ausdifferenziert und in ihren Erscheinungsformen modernisiert. Auch rechtsextremistische Radikalisierung findet laut Bericht heute immer häufiger online statt.

Umfassende Beschreibung des Rechtsextremismus in NRW

Auf rund 100 Seiten zeichnet der Verfassungsschutz anhand konkreter Beispiele ein umfassendes Bild des Rechtsextremismus in NRW. Die Beschreibung des Status quo wird an vielen Stellen ergänzt durch eine Herleitung und Einordnung der dargestellten Aspekte. 

Der Lagebericht gibt Einblick in die bestehenden Strukturen und beschäftigt sich mit den Kernthemen Entgrenzung, Radikalisierung und Digitalisierung.  Das Kapitel "Erlebniswelt" beschreibt, wie insbesondere junge Zielgruppen mit einem Mix aus Freizeitaktivitäten und jugendaffinen Medien angesprochen werden. Die Szene wirkt zunehmend cool und zeitgemäß. Demokratiefeindliche Inhalte sind oft kaum noch auf Anhieb erkennbar. Beispiele sind Rechtsrock-Konzerte, Partys und Kampfsport-Trainings oder das breite Spektrum an Social-Media-Profilen mit Musik und Videos. In weiteren Kapiteln werden aktuelle Maßnahmen und Prävention im Bereich Rechtsextremismus beleuchtet.

Für einen umfassenden Einblick findet ihr den Lagebericht Rechtsextremismus auf der Seite des Innenminsteriums NRW.

Zahl der politisch rechts motivierten Straftaten in NRW stark gestiegen

Die Straftaten der politisch motivierten Kriminalität im Bereich Rechtsextremismus sind im vergangenen Jahr stark gestiegen. In 2024 waren es 5.641 Straftaten. 2023 zählte die Polizei noch insgesamt 3.549 Straften in Nordrhein-Westfalen. Das ist ein Anstieg von knapp 60 Prozent. 2024 wurden in NRW damit so viele rechtsextreme Straftaten angezeigt, wie noch nie seit Einführung des Erfassungssystems für politisch motivierte Straftaten im Jahr 2001. 

Die Grüne Landtagsfraktion fragt seit 2011 jährlich die Details zur politisch motivierten Kriminalität Rechts (PMK-Rechts) beim Innenministerium ab: 

Übersicht PMK-Rechts nach Straftaten (2011-2024)

Übersicht PMK-Rechts Kommunen (2012-2024)