Umsetzungskonzept Housing First in NRW
Mit einem neuen Umsetzungskonzept zum Ansatz Housing First ergänzt das Land Nordrhein-Westfalen die Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit „Endlich ein ZUHAUSE“. Im Mittelpunkt stehen obdachlose Menschen mit besonders komplexen Problemlagen, die von den bestehenden Hilfesystemen häufig nicht erreicht werden. Das Konzept greift Erfahrungen aus der Praxis auf und soll Trägern der Wohnungslosenhilfe gezielt bei der Umsetzung von Housing-First-Angeboten vor Ort unterstützen.
Housing First - was ist das?
Housing-First-Angebote zielen darauf ab, den Betroffenen ohne Vorbedingungen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Mit dem Konzept von Housing First soll besonders jenen obdachlosen Menschen geholfen werden, die sich in komplizierten Problemlagen wiederfinden – häufig spielen dabei psychische Probleme und Suchterkrankungen eine Rolle.
Housing First arbeitet nicht mit Sanktionen: Die sozialarbeiterische Unterstützung erfolgt freiwillig, bedarfsorientiert und begleitend zum Wohnen. Die Teilnahme an einer Therapie oder Abstinenz sind bei diesem Ansatz keine Voraussetzung dafür, Wohnraum zu erhalten und/oder darin zu verbleiben. Ziel ist es vielmehr, durch eine Stabilisierung der Wohnsituation Risiken und Schäden, etwa im Umgang mit Suchterkrankungen, zu minimieren.
Finanzierungsmöglichkeiten
Die Sozialstiftung NRW unterstützt Housing-First-Projekte - insbesondere wohnbegleitende Maßnahmen - im Rahmen einer „Anschubfinanzierung“. Insgesamt fünf Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Ziel ist es, neue Housing-First-Angebote aufzubauen oder bestehende Strukturen gezielt zu erweitern. Die Höhe der Förderung beträgt bis zu 90 Prozent.
Umsetzungskonzept Housing First - PDF auf der Seite des Mags.nrw
Sozialstiftung NRW - Anschubfinanzierung Housing First - auf der Seite der Sozialstiftung NRW