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Viele der SDG-Unterziele lassen sich nur durch lokales Handeln erreichen. Ob Klimaschutz und Energie, Mobilität, Wohnen, Bildung oder Infrastruktur: Vor Ort entscheidet sich, ob die nachhaltige Entwicklung gelingt. Als freiwillige Leistung wird die komplexe Aufgabe des Nachhaltigkeitsmanagements unter Bedingungen knapper Kassen und begrenzter Personalressourcen - wenn überhaupt - häufig nur von wenigen Stellen oder einzelnen Personen koordiniert.

Mit dem Portal für nachhaltige Kommunen steht Städten, Landkreisen und Gemeinden in Deutschland ab sofort ein neues digitales Werkzeug zur Verfügung, das kommunales Nachhaltigkeitsmanagement unterstützt. Das Portal ist für Kommunen kostenfrei nutzbar – unabhängig von Größe, Ressourcen oder dem Entwicklungsstand ihres Nachhaltigkeitsmanagements. Voraussetzung ist eine einmalige Registrierung.

Screenshot Website nachhaltige Kommune
Screenshot Website nachhaltige Kommune

Drei zentrale Funktionen

  • Kommunalprofile

Das Portal stellt standardisierte Kommunalprofile mit Nachhaltigkeitsindikatoren aus dem Datenportal „Wegweiser Kommune“ für alle Städte und Gemeinden ab 5.000 Einwohner*innen sowie alle Landkreise zur Verfügung. Darüber hinaus können kommunale Verwaltungen individuelle Profile anlegen und eigene Nachhaltigkeitsstrategien, sowie -berichte mit Zielen, Indikatoren und Maßnahmen hinterlegen. 

  • Wissen

Die Rubrik Wissen enthält Anwendungswissen, Praxisbeispiele, erprobte Tools und Unterstützungsangebote – und wächst kontinuierlich. Ein KI-gestütztes Tool erleichtert den Zugriff auf relevante Inhalte.

  • Netzwerk

Im Netzwerk kommen alle Kommunen mit individuellem Profil sowie engagierte Partner*innen zusammen, die ein gemeinsames Ziel verbindet: die nachhaltige Entwicklung vor Ort aktiv voranbringen, voneinander lernen und sich gegenseitig auf dem Weg zur Nachhaltigkeit stärken. Das Portal setzt damit auf das „Wissen der Vielen" und auf wechselseitiges Lernen. 

Ein Projekt von Bertelsmann Stiftung und Difu

Das Portal für nachhaltige Kommunen wurde von der Bertelsmann Stiftung mit Unterstützung des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) aufgebaut. Es löst das von der Bertelsmann Stiftung seit 2018 betriebene SDG-Portal ab. Geplant ist, dass die Verantwortung für das Portal Ende des Jahres 2026 an das Difu übertragen wird.

An der Entwicklung und Erprobung des Portals waren 25 Kommunen - auch aus NRW - beteiligt:

  • Städte: Arnsberg, Augsburg, Detmold, Dortmund, Freiburg, Fürth, Lemgo, Hamburg, Gießen, Greifswald, Hamm, Kiel, Köln, Luckenwalde, Mannheim, Oldenburg, Pattensen, Stuttgart
  • Landkreise: Alb-Donau-Kreis, Anhalt-Bitterfeld, Böblingen, Lahn-Dill-Kreis, Heinsberg, Mettmann, Wolfenbüttel.

Hintergrundinfos

Integrierte Steuerung statt isolierter Einzelmaßnahmen: Das Portal soll verlässliche Informationsgrundlagen als Voraussetzung für effiziente Entscheidungsprozesse schaffen und helfen, bestehende Instrumente des Nachhaltigkeitsmanagements miteinander zu verknüpfen. So soll die strategische Handlungsfähigkeit der Kommunen gestärkt und ein pragmatischer Umgang mit Komplexität ermöglicht werden. Eine Idee dahinter ist, dass sich Kommunen damit als aktive Gestalterin des Wandels profilieren. Gleichzeitig schaffen sie Transparenz – gegenüber der lokalen Politik, der Bürgerschaft und Wirtschaft sowie gegenüber Akteuren auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene. 

Technische Grundlage ist eine Open-Source-Software: Das Portal wird mit der OS-Software knot dots betrieben. Es setzt auf offene Schnittstellen und vermeidet Vendor-Lock-in-Effekte. Das heißt, dass Kommunen und Partner*innen die Hoheit über ihre Daten behalten und diese jederzeit mitnehmen oder an anderer Stelle weiternutzen können. Außerdem wird das Portal auf der Basis von knot dots so betrieben, dass es den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) entspricht.