Neue Impulse für den Schutz der biologischen Vielfalt in NRW
Fortschreibung der Biodiversitätsstrategie NRW 2026
Wie können wir die biologische Vielfalt in Nordrhein-Westfalen langfristig erhalten und stärken? Die fortgeschriebene Biodiversitätsstrategie NRW will darauf Antworten geben. Nach mehr als zehn Jahren wurde sie inhaltlich und konzeptionell überarbeitet und an aktuelle internationale, europäische und nationale Ziele angepasst.
Warum ist es wichtig, biologische Vielfalt für künftige Generationen zu erhalten?
Biologische Vielfalt ist die Grundlage unseres Lebens. Sie sorgt für sauberes Wasser, fruchtbare Böden, bestäubte Nutz- und Wildpflanzen, saubere Luft und ein stabiles Klima. Intakte Ökosysteme schützen uns außerdem vor den Folgen von Hitze, Dürre, Starkregen und Hochwasser und bieten Räume für Erholung und Gesundheit. Gehen biologische Vielfalt und intakte Ökosysteme verloren, sind also nicht nur Tiere und Pflanzen betroffen. Auch der Mensch profitiert weniger von den Leistungen der Natur, die unsere Ernährung, unsere Wirtschaft und unsere Lebensqualität beeinflussen.
Die zwei Ebenen der neuen Biodiversitätsstrategie: Vier übergeordnete Prozesse und acht konkrete Handlungsfelder
Das Dach der Strategie besteht aus vier übergeordneten Prozessen. Sie überschneiden sich und können sich gegenseitig verstärken:
- Wiederherstellung der Natur: Geschädigte Ökosysteme und Lebensräume wiederherstellen und ihren Zustand verbessern.
- Grün-blaue Infrastruktur: hat für NRW vor dem Hintergrund der hohen Siedlungs- und Infrastrukturdichte, der intensiv genutzten Kulturlandschaft und der ausgeprägten Landschaftszerschneidung besondere Bedeutung.
- Natürlicher Klimaschutz: Ökosysteme wie Wälder, Moore und Böden schützen und stärken, damit sie unter anderem Kohlenstoff speichern.
- Naturbasierte Lösungen: Die Leistungen der Natur nutzen, um gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen – etwa Hitze, Hochwasser oder Trockenheit.
Den fachlichen Kern der Strategie bilden acht Handlungsfelder. Sie benennen die Bereiche, in denen die insgesamt 52 Ziele und 172 Maßnahmen umgesetzt werden sollen:
- Schutzgebiete und Biotopverbund: Wertvolle Lebensräume sichern und miteinander vernetzen
- Artenvielfalt: Arten schützen und ihre Lebensbedingungen verbessern
- Wald: Wälder naturnäher und widerstandsfähiger entwickeln
- Gewässer, Auen und Moore: Wasserabhängige Lebensräume erhalten und wiederherstellen
- Agrarlandschaft: Die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft erhalten und stärken
- Siedlungsnatur: Natur und Grünräume in Städten und Gemeinden stärken
- Wissensvermittlung und Bildung: Wissen vermitteln, Verständnis fördern und Engagement für Biodiversität stärken
- Monitoring: Zustand und Entwicklung der biologischen Vielfalt erfassen und die Wirkung von Maßnahmen überprüfen
Die Inhalte der Handlungsfelder wurden im Dialog mit relevanten Akteur*innen entwickelt.
Zum Download
https://www.umwelt.nrw.de/system/files/media/document/file/broschuere_biodiversitaet_2026.pdf