DUH Hitze-Check: Weniger Bäume, mehr Versiegelung
Deutsche Städte sind weiterhin stark von Hitze betroffen, während Versiegelung zunimmt und Stadtgrün verloren geht. Das zeigt der Hitze-Check 2026 der Deutschen Umwelthilfe (DUH).
In diesem Jahr kombiniert die DUH erstmals drei zentrale Faktoren zu einer Gesamtberwertung: den sogenannten Hitzebetroffenheitsindex (HBI), den Beschirmungsgrad und den Trend der Versiegelung. Dabei berücksichtigt der Hitzebetroffenheitsindex die vier Faktoren Oberflächentemperatur, Grad der Versiegelung, Grünvolumen und Bevölkerungsdichte. Der Beschirmungsgrad gibt die Bedeckung des Bodens durch Vegetation höher als 2,5 Meter an.
Die Ergebnisse sind ernüchternd: Nur sieben der untersuchten Städte erreichen den laut DUH wissenschaftlich empfohlenen Richtwert von mindestens 30 Prozent Baumbeschirmung. Zu diesen zählen Hamburg, Berlin, Oldenburg, Potsdam, Kiel sowie die nordrhein-westfälischen Städte Wuppertal und Solingen.
Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass die Versiegelung weiter zunimmt. In allen untersuchten Städten wurden zwischen 2018 und 2025 zusätzliche Flächen versiegelt. Entsprechend erhielt keine Kommune in dieser Kategorie eine positive Bewertung.
Auch beim Hitzebetroffenheitsindex hat sich die Situation insgesamt verschlechtert. Obwohl im Vergleich zum Vorjahr fünf weitere Städte untersucht wurden, ist die Zahl der grünen Karten von 28 auf 21 gesunken.
Besonders alarmierend ist der Verlust von Stadtbäumen: Laut DUH sind zwischen 2018 und 2025 in den 195 untersuchten Städten mit mehr als 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern insgesamt rund 900.000 Bäume verschwunden. Diese Zahl hat die DUH rechnerisch auf Basis von Satellitendaten am gemessenen Rückgang des Beschirmungsgrades ermittelt. Anhand der durchschnittlichen Kronengröße eines Stadtbaums (70 m²) wurde dieser in eine absolute Anzahl verlorener Bäume umgerechnet. Wichtig dabei ist: Neupflanzungen wurden nicht erfasst – es sei denn, sie glichen den Verlust der Baumkrone am Standort ausreichend aus.
Die angewandte Methode legt den Fokus damit auf den Verlust von älteren Bäumen. Diese haben für das Stadtklima eine deutlich größere Wirkung als Jungbäume, weil ihre ausgedehnten Kronen wesentlich mehr Schatten spenden, die Umgebung stärker kühlen und sie deutlich mehr Wasser verdunsten. Auch neu gepflanzte Bäume sind wichtig für die Zukunft, doch es dauert oft viele Jahre, bis sie die Klimaleistung eines alten Baumes erreichen.
Angesichts häufiger und intensiverer Hitzewellen wächst der Handlungsdruck für Kommunen, wirksame Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu ergreifen. Der Hitze-Check macht insgesamt sichtbar, wie wichtig es ist, sich vor Ort weiter für zusätzliche Grünflächen, den Erhalt von Stadtbäumen und die Entsiegelung von Flächen im Sinne einer klimaresilienten Stadtentwicklung einzusetzen.