Aktuelles

Difu-OB-Barometer 2020: Klimaschutz wichtigste Zukunftsaufgabe der Städte

27.05.2020 Der Schutz des Klimas und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels werden für die Städte an Bedeutung zunehmen. Das ist eines der Ergebnisse der vor der Pandemie im Januar und Februar 2020 vom Deutschen Institut für Urbanistik durchgeführten Befragung der (Ober-)Bürgermeister*innen großer deutscher Städte. Für zwei Drittel der Stadtoberhäupter ist Klimaschutz das wichtigste kommunale Zukunftsthema. Über die Hälfte der Befragten sieht ferner einen wachsenden Handlungsbedarf im Bereich Mobilität. Das Thema urbane Mobilität ist auch ein wesentlicher Aspekt des kommunalen Klimaschutzes und stand bereits im Vorjahr auf Platz zwei der Zukunftsthemen. Das TOP-Zukunftsthema der beiden Vorjahre, die Digitalisierung, liegt in der Befragung auf Platz drei der wichtigsten kommunalpolitischen Zukunftsthemen. Gut ein Drittel der Befragten geht davon aus, dass die Digitalisierung in den nächsten fünf Jahren für die Städte an Bedeutung gewinnen wird. Weitere zentrale kommunalpolitische Themen sind die Schaffung bezahlbaren Wohnraums, die Finanzlage der Städte und die Stärkung der Wirtschaft. Die Stadtspitzen sind sich einig, dass mit den künftigen Herausforderungen der Städte ein hoher Finanzierungsbedarf verbunden ist. Dies gilt besonders für die Themen Mobilität und Klimaschutz.

Länder gefordert: Bund unterstützt Rettungsschirm für Kommunen

19.05.2020 Der Deutsche Städtetag hat von Bund und Ländern angesichts wegbrechender Steuereinnahmen infolge der Corona-Krise einen kommunalen Rettungsschirm gefordert. Es kommt offensichtlich Bewegung ins Spiel, die Zahlen stehen im Raum. Der Bundesfinanzminister will sich an den kommunalen Altschulden in Höhe von 45 Mrd. Euro und an der Nothilfe zum Ausgleich der Gewerbesteuerverluste in Höhe von ca. 12 Mrd. Euro in Form eines Konjunkturpakets zur Hälfte beteiligen. Die andere Hälfte sollen die Bundesländer übernehmen. Damit sind die nunmehr die Länder gefordert.

Jenseits der Zentren: Aussteiger, Neulandgewinnerinnen in Peripherie und Suburbia

14.05.2020 Im Wohnprojekteheft des Wohnbund e.V. stehen „Aussteigerprojekte", Neulandgewinnungsvorhaben und Wohnprojekte im Metropolenumland im Zentrum der Betrachtung. Sie wecken das Interessse, weil sie die urbane Form von Gemeinschaftlichkeit jenseits der Städte tragen und dort Neues entstehen lassen und weil dort viel Platz für eigene Entwicklungen ist. In Berlin, Hamburg Leipzig oder München ist der Raum knapp für Wohnprojekte, so dass das Umland attraktiv wird. Es werden in der Broschüre zwölf Projekte quer durch Deutschland vorgestellt. Sie sind reale Antworten auf die Frage, wie ein Lebensentwurf in Zeiten einer polarisierten neoliberalen Raumentwicklung, des demographischen Wandels, der Klimaerwärmung und einer massiv beschleunigten Gesellschaft sein könnte. Die Klischees über Aussteiger*innen sind bekannt: Sie entfliehen den Großstädten, sind umweltbewußt und leben naturverbunden, betreiben ökologische Landwirtschaft oder traditionelle handwerkliche Berufe - und stehen politisch weit rechts außen? Es wird oft übersehen, der ländliche Raum ist auch für völkische Siedler*innen ein Aktionsort des politischen Handelns. Auch dieser Entwicklung widmet sich ein Kapitel der Amadeu Antonio Stiftung.

Hinweise zur Kommunalpolitik in Coronazeiten

05.05.2020 Das neuartige Coranavirus SARS-CoV-2 hat sich in kurzer Zeit weltweit verbreitet. Die mit der Epidemie einhergehenden Einschränkungen  verändern nicht nur unseren beruflichen und privaten Alltag. Auch in der Kommunalpolitik verändern sich die Prozesse. Die wesentlichen Änderungen der letzten Wochen:
Änderung der Kommunalverfassung
Der Landtag hat Mitte April  das Pandemie-Gesetz verabschiedet. Verbunden ist damit auch eine Änderungen in der Gemeindeordnung.  Entscheidungsbefugnisse des Rates können in Epedemiezeiten in einem schriftlichen Verfahren mit einer 2/3 Mehrheit des Rates auf den Hauptausschuss übertragen werden. Dazu wurde in § 60 Absatz 1 GO ein neuer Satz 2 eingefügt:
„Dasselbe gilt, wenn und solange nach Paragraph 11 IfSG-NRW eine epidemische Lage von landesweiter Tragweite festgestellt ist und wenn 2/3 der Mitglieder des Rates einer Delegation an den Hauptausschuss zugestimmt haben. Die Stimmabgaben erfolgen in Textform.“ Die Gesetzesänderung ist zunächst bis Ende März 2021 befristet . Somit hat der Landtag den Weg für einen Ratsbeschluss zur Delegation der Entscheidungsbefugnis des Rates auf den Hauptausschuss freigemacht. ist.
Gesetz zur konsequenten und solidarischen Bewältigung der COVID-19-Pandemie in Nordrhein-Westfalen und zur Anpassung des Landesrechts im Hinblick auf die Auswirkungen einer Pandemie

Klimaschutz: Städte als Motoren

29.04.2020 Städte und Gemeinden engagieren sich schon sehr lange für den Klimaschutz, werden jedoch von den Rahmenbedingungen des Bundes ausgebremst. So hat der Deutsche Städtetag das Klimaschutzgesetz des Bundes für nicht ausreichend erklärt. Mit dem Rückenwind von Bewegungen wie Fridays for Future forcieren die Städte ihre lokalen Bemühungen und werden als Klimanotstandskommunen Vorbilder füreinander.
Städte setzen sich seit Langem für den Klimaschutz ein. Oft gehen ihre ambitionierten Ziele zur CO2-Reduzierung über die Ziele des Bundes hinaus und werden ausgebremst. Die Städte engagieren sich für mehr Energieeffizienz und für den Umstieg auf erneuerbare Energien. Dass sie mehr Verantwortung für den Klimaschutz übernehmen wollen, erklärt der Deutsche Städtetag in einem Positionspapier noch einmal ausdrücklich. Die Städte sind bereit, für eine schnellere Erreichung der Klimaziele hohe Investitionen zu tätigen.

Anders mobil sein

22.04.2020 Rund 23 Stunden am Tag blockieren Millionen Kraftfahrzeuge wertvollen öffentlichen Raum, der dringend für Grünareale, Aufenthalt, Nahmobilität und zur Verbesserung des Mikroklimas gebraucht würde. Diesen Raum zugunsten einer durchgrünten, begegnungs- wie bewegungsfördernden Stadt zurückzugewinnen, ist nur mit einer grundlegenden Neuorganisation und Transformation des „Parkens“ möglich. Und die Verkehrsmittel – vom Auto über den Lieferverkehr bis zum E-Scooter – sind zu integrieren. Das war die zentrale Botschaft des AGFS-Kongresses „Hauptsache Parken“ in der Messe Essen.

Kommunalwahlen: Rekorde bei den bayrischen Grünen

07.04.2020 Rekordergebnisse erzielten die bayrischen Grünen bei den Kommunalwahlen in den 71 Landkreisen, 25 kreisfreien Städten und über 2000 Gemeinden.  Ob in den Städten oder auf dem Land überall sind deutliche Zuwächse zu verzeichnen. So wurden die Mandate in der Oberpfalz um 145 Prozent gesteigert, in Unter- Mittel und Oberfranken wurden sie  jeweils im Vergleich zu 2014 sogar verdoppelt.
Im Mittel konnten die Grünen ihr Ergebnis von 10,2 Prozent auf landesweite 17,5 Prozent steigern. Insgesamt errangen sie bei den Kommunalwahlen 2.951 kommunale Mandate, das sind 1.268 Mandate mehr als 2014. Die Grünen steigerten ihr schon 2014 erzieltes Rekordergebnis noch einmal und wurden zweitstärkste Kraft im Freistaat.
Mit 23,2% der Stimmen in den kreisfreien Städten erzielten sie einen deutlichen Zuwachs von 10,2%. Einen geringeren Zuwachs ist für den ländlichen Raum zu verzeichnen. In den Landkreisen entfielen 15,5 Prozent (+6%) der Stimmen auf die Grünen. Die CSU blieb zwar stärkste Partei, musste aber erhebliche Einbußen hinnehmen und erreichte mit gut 34 Prozent eines der schlechtesten Resultate der Landesgeschichte.

Kommunen rechnen mit deutlichen Einnahmeausfällen

30.03.2020 Die kommunalen Spitzenverbände weisen darauf hin, dass die nordrhein-westfälischen Kommunen mit erheblichen Einnahmeausfällen rechnen müssen. Dies betrifft zuallererst die Gewerbesteuer, aber auch die kommunalen Anteile an den Gemeinschaftssteuern, Gebühren und Entgelte sowie das Finanzausgleichsvolumen künftiger Jahre. Diese Einnahmeausfälle werden nicht durch Einsparungen kompensiert werden können. Kurzfristig müssen Vorkehrungen getroffen werden, die die Liquidität der kommunalen Kassen absichern. Neben Kleinstunternehmern, Selbständigen und privatwirtschaftlichen Unternehmen leiden auch kommunale Unternehmen unter den Folgen der Corona-Pandemie.

Digital ist besser – oder?

19.03.2020 Nicht alle können an den Chancen des digitalen Wandels teilhaben. Die Initiative "Digital für alle" will mit einem breiten gesellschaftlichen Bündnis diese Teilhabe ermöglichen. Alle Menschen in Deutschland sollen in die Lage versetzt werden, sich selbstbewusst und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen. Dazu dient auch ein bundesweiter Digitaltag, der am 19. Juni 2020 stattfinden soll.
Der Digitaltag soll die Digitalisierung mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten überall in Deutschland erklären und erlebbar machen. Es werden Wege zu digitaler Teilhabe aufgezeigt und Raum für kontroverse Debatten geschaffen. Mit dem Bündnis, an dem u. a. die kommunalen Spitzenverbände beteiligt sind, wollen die Kommunen der digitalen Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken.
Denn laut einer repräsentativen Studie von Bitkom Research verbindet in Deutschland jede*r Vierte mit Digitalisierung etwas Negatives.

Kommunalpolitik vor zunehmenden Bedrohungen schützen

11.03.2020 Kommunalpolitiker*innen engagieren sich Tag für Tag, dass unsere Demokratie in Nordrhein-Westfalen mit Leben gefüllt wird – die meisten von ihnen ehrenamtlich. Sie kümmern sich gemeinsam mit Bürger*innen darum, dass ein Spielplatz saniert wird, entscheiden über die städtischen Finanzen, entwickeln konkrete Klimaschutzprojekte, arbeiten sich in komplexe Bebauungspläne ein oder beraten bis spät abends über die Busversorgung ihres Dorfes. Gerade im Jahr der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen ist es wichtig, dass kommunal Engagierte sich sicher und respektiert fühlen. Im Vorfeld der Kommunalwahl haben die GRÜNEN NRW deswegen konkrete Maßnahmen vorgeschlagen.

Kommunale Verpackungssteuer: Mehrweg stärken

02.03.2020 Als erste Stadt Deutschlands ist kürzlich Tübingen einen Schritt gegen die Wegwerf-Unkultur von Einwegverpackungen gegangen: Die dort eingeführte Verpackungssteuer auf Einwegverpackungen muss zukünftig von allen Betrieben im Stadtgebiet gezahlt werden, die Einwegverpackungen ausgeben. Dazu gehören beispielweise Metzgereien, Cafés, Imbissbuden, Schnellrestaurants und Tankstellen. Die Steuer wurde auf 1,50 Euro pro Mahlzeit gedeckelt. Durch die zusätzliche Steuer können ergänzende Einnahmen zum städtischen Haushalt generiert und somit neuer Spielraum für Mehrwegsysteme gewonnen werden.

Kinderarmut: Schlechter Start ins Leben

19.02.2020 Dazu erklärt Studienleiterin Dr. Irina Volf vom ISS Frankfurt am Main: „Die Studie zeigt: Armut in der Kindheit muss kein Lebensschicksal sein. Es gibt keinen Automatismus, der aus armen Kindern zwingend arme Erwachsene werden lässt. Aber: Viele junge Erwachsene mit Armutserfahrung entkommen der Armut nicht.
Die aktuelle Auswertung der AWO-ISS-Langzeitstudie zeigt: Armut in der Kindheit muss kein Lebensschicksal sein. Sie kann das Leben von Menschen jedoch langfristig belasten. Die AWO fordert u. a. die Einführung einer Kindergrundsicherung, um den Start ins Leben zu verbessern. Ausbildung, Arbeitsmarktintegration, Loslösung vom Elternhaus, Partnerschaft, Familiengründung sind zentrale Entwicklungsaufgaben beim Übergang ins junge Erwachsenenalter.

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