Kinderarmut sinkt – nicht im Ruhrgebiet

24.06.2019 Erstmals seit Jahren ist die Zahl der nordrhein-westfälischen Kinder und Jugendlichen, die in Hartz IV Haushalten leben, im Jahr 2018 gesunken. Doch kein Grund zur Freude: Während deutlich weniger deutsche Kinder betroffen waren, stieg die Zahl ausländischer Kinder in Hartz IV weiter an. Zudem war die Entwicklung in den meisten Städten an Rhein, Ruhr und Emscher bei weitem nicht so positiv wie im Land.
Zum Jahresende lebten in NRW noch 566.500 Kinder in Familien, die Grundsicherung beziehen – 12.600 oder 2,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. Gegen den Trend stieg in Gelsenkirchen die Zahl der Minderjährigen in Hartz-IV-Familien sogar um 1,6 Prozent auf knapp 19.000 an. Damit sind in der Stadt vier von zehn Kindern und Jugendlichen (41,9 Prozent) von den Arbeitslosen-Bezügen ihrer Eltern abhängig.

Auch in Oberhausen stieg die Zahl. In den meisten anderen Revierstädten waren weniger Kinder betroffen, allerdings blieb der Rückgang unter dem Landesdurchschnitt. Am besten entwickelte sich noch Dortmund mit einem Rückgang um 2,1 Prozent auf 25.900 Minderjährige in Hartz IV.
Da die Kinderarmut nach wie vor erschreckend hoch sei, mahnt auch der Sozialverband VdK NRW mehr Anstrengungen an. So sollte die auch städtebaulich in einigen Stadtvierteln verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit bekämpft werden, geförderter Wohnungsbau muss auch in Quartieren mit vielen Berufstätigen und niedrigen Arbeitslosenquoten stattfinden.
Hier finden sich Statistiken der Bundesagentur für Arbeit zu Kindern und Jugendlichen in Hartz-IV-Bezug:
https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-...

Foto: Ralf Hüls/Wikipedia.de CC-by-SA 2.0.de