Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter

18.06.2019 Sinkende Arbeitslosigkeit, innovative Industrien und Wachstumsraten, von denen die meisten europäischen Nachbarn nur träumen können – aber nicht alle profitieren vom Wohlstand in Deutschland. Die Lebensbedingungen driften zunehmend auseinander und stellen die Politik vor die Herausforderung, gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen. Die Studie „Ungleiches-Deutschland 2019“ veranschaulicht dieses Ergebnis mit einer „Landkarte der Ungleichheit“.
Die Studie wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung veröffentlicht. Das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) erstellte das wissenschaftliche Gutachten zur Studie. 
Die Studie bestätigt seit Langem bekannte strukturelle Vorteile vor allem im Süden und teilweise im Westen und Norden des Landes. Es wird deutlich, wo Strukturpolitik erfolgreich ist: Vor allem ostdeutsche Städte in Sachsen und Thüringen erweisen sich als regionale Stabilitätsanker.

Zudem lassen sich viele Beispiele für zukunftsfähige ländliche Gebiete in allen Teilen Deutschlands finden. In anderen Regionen verfestigen sich strukturelle Probleme.
Auf der „Disparitätenkarte“ zeigen sich attraktive und wachsende Städte, in denen steigende Lebenshaltungskosten für breite Teile der Gesellschaft zum Problem werden, Umlandbereiche, die ebenfalls teurer werden sowie Regionen, die im andauernden Strukturwandel verharren. Jenseits dieser Lagen ist Deutschland nach den Verfasser*innen der Studie weiterhin ein Land mit einer breiten Mitte, für die solide, durchschnittliche Lebensverhältnisse dominieren.
Link zur Studie:
http://library.fes.de/pdf-files/fes/15400-20190430.pdf
Landkarte der Ungleichheit:
https://www.fes.de/ungleiches-deutschland/

Foto: Friedrich-Ebert-Stiftung