Der Alt-Right-Komplex – Über Rechtspopulismus im Netz

09.09.2019 Der Alt-Right-Komplex so heißt eine Ausstellung im Dortmunder U - Zentrum für Kunst und Kreativität über Rechtspopulismus im Netz. Alt-Right (kurz für alternative Rechte) ist ein politisches Schlagwort zur Bezeichnung von Ideologien am äußersten Rand der politischen Rechten vor allem in den USA. Alt-Right ist als Sammelbegriff für verschiedene Ideologien zu verstehen. Im Zentrum steht die rassistisch und anti-semitisch begründete Annahme, dass die „Identität der weißen Bevölkerung" von der multikulturellen Einwanderungsgesellschaft der USA sowie einer „politischen Korrektheit" und Gesetzen zur Förderung der sozialen Gerechtigkeit bedroht sei und gegen diese verteidigt werden müsse. Anhänger der Alt-Right werden oft auch als „White Supremacists", Rechtsextremisten und Neonazis bezeichnet. Große mediale Aufmerksamkeit erfuhr der Begriff während der Präsidentschaftswahl in den USA 2016.
Dabei zeichnet der Alt-Right-Komplex die Entwicklung von einer (Sub-)Kultur der Transgression in Online-Foren wie 4chan bis hin zu Plattformen wie z.B. Breitbart News nach. Die Künstler*-innen beschäftigen sich mit Memes (z.B. Pepe der Frosch, dem wohl bekanntesten Symbol der Trump-Anhänger*innen), mit Figuren wie z.B. Steve Bannon, mit Flaggen-Verehrung, der Prepper-Szene, White Supremacists und Dark Enlightenment. Die Ausstellung wird von einem kritischen, mehr als 30 Einträge umfassenden Glossar begleitet, das die wichtigsten Begriffe kurz erklärt. Die von Inke Arns (HMKV) kuratierte internationale Gruppenausstellung präsentiert zwölf Projekte von 16 Künstler*innen aus zwölf Ländern: aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Neuseeland, den Niederlanden, Österreich, Polen, Ungarn, Schweiz, Serbien und der Slowakei. In dieser Ausstellung sind unterschiedlichste künstlerische Medien zu sehen: Comics, Wandbilder, Videos, (Video-) Installationen, Poster zum Mitnehmen, Spielanleitungen, Netzkunst, Künstlerbücher, ein spekulatives Museum und eine Flaggenmaschine.

Teilnehmende Künstler*innen: Paula Bulling / Anne König (DE), Simon Denny (NZ), DISNOVATION.ORG (FR/PL), Vera Drebusch & Florian Egermann (DE), Dominic Gagnon (CA), Szabolcs KissPál (HU), Boris Ondreička (SK), Milo Rau, IIPM – International Institute of Political Murder (CH/DE), Vanja Smiljanić (RS), Jonas Staal (NL), Nick Thurston (GB), UBERMORGEN (CH/AT)
Im Rahmen der Ausstellung werden verschiedene Veranstaltungen – Performances, Künstler*innengespräche sowie eine Vortragsreihe („The Kids Are Alt-Right") – stattfinden.

Alle Termine hier.
Die zwölf internationalen künstlerischen Positionen werden begleitet von einer Publikation mit einem kritischen Glossar (128 S.), das die wichtigsten Begriffe aus dem Kontext Alt-Right kurz und allgemeinverständlich erklärt.
Diese Ausstellung findet in Kooperation mit Urbane Künste Ruhr (UKR) – Das Ruhr Ding: Territorien statt und wird durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die Kunststiftung NRW gefördert.