Keine Minute bis zum Lidl – Wohnraum schaffen über dem Discounter

28.02.2019 Der Wohnraum in Deutschlands Innenstädten ist rar. Diese Knappheit machen sich Discounter mittlerweile zum Nebengeschäft: Sie bauen über ihre Verkaufsfläche attraktive Wohnungen. Ist das eine gute Idee, dem Mangel an neuen Wohnbau- und Gewerbeflächen dadurch zu begegnen, dass auf bislang eingeschossigen Supermärkten Wohnungen oder Büros errichtet werden? Ja, denn so wird Wohnraum geschaffen, ohne weitere Flächen zu versiegeln, finden die GRÜNEN in Essen und haben einen entsprechenden Antrag gestellt.

Angesichts steigender Grundstückspreise besteht in der Planung von Wohnraum über Supermärkten großes Potential zur Gewinnung von neuen Wohn- und Gewerbeflächen.

Diese Form der Mischnutzung stößt auf ein zunehmendes Interesse von Super-marktbetreiber*innen. So zeigen mehrere Projekte in deutschen Städten, dass sich für Discounter wie Lidl und Aldi ein neues Geschäftsmodell entwickelt. Partner sind dabei häufig die kommunalen Wohnungsgesellschaften.

Ein Antrag, dass die Stadtverwaltung systematisch die Möglichkeiten einer intensiveren Nutzung bisher eingeschossig gewerblich genutzter Areale im Hinblick auf zwei- oder mehrgeschossige Aufstockungen bzw. Neubauten überprüft, lohnt sich also. Auch kann beantragt werden, dass künftig planerisch bei Neubauten festgelegt wird, dass Supermärkte und verträgliche Gewerbebetriebe gemeinsam mit Wohnungen oder Büroräumen in zwei- oder mehrgeschossigen Gebäudekomplexen errichtet werden.

Hier geht es zum Antrag zur Schaffung von Wohn- und Gewerbeflächen auf Dächern von Supermärkten.
Hier geht es zur Pressemitteilung zur Schaffung von Wohn- und Gewerbeflächen auf Dächern von Supermärkten

Artikel bei Deutschlandfunk.de zum Wohnen über Aldi, Netto und Co.: https://www.deutschlandfunkkultur.de/discounter-bauen-auf-ihren-daechern-wohnen-ueber-dem.1001.de.html?dram:article_id=419088

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